Hügelgräberfeld bei Trätzhof
Die Ausgrabungen fanden im Bereich eines mittelbronzezeitlichen (um 1500/1400 v. Chr.) Hügelgräberfeldes statt. Das Gräberfeld gehört zu einer Gruppe von Gräberfeldern, die sich von Unterbimbach über Maberzell bis hinauf nach Trätzhof ziehen.
Am Trätzhof wurden bereits im 19. Jahrhundert durch J. Schneider und später durch E. Pinder einzelne Hügel geöffnet, deren Standorte aber nicht mehr genau bestimmt werden können. An der Grabungsstelle sollen einst zehn Hügel gestanden haben, die eine Höhe von bis zu 1,5 Metern aufwiesen. Seit Ende der 1930er Jahre wird das Gelände zum Ackerbau genutzt, wodurch die Hügel allmählich verflachten. Seit den 1990er Jahren wurden vermehrt größere Steine aufgepflügt. Das deutet darauf hin, dass der Pflug inzwischen in die Substanz der Hügel eingreift.
Im Frühjahr des Jahres 2009 wurden auf Veranlassung der Stadt- und Kreisarchäologie Fulda geomagnetische Messungen von der Firma Posselt und Zickgraf Prospektionen GbR durchgeführt. Dabei wurden u. a. ringförmige Strukturen festgestellt, die auf noch weitgehend intakte Steinsetzungen im Untergrund hindeuteten. An einem Hügel wurden darüberhinaus Untersuchungen mit Georadar durchgeführt. Diese zeigten einen Grabhügel der mit Steinen eingefasst war und im Laufe seines Bestehens mehrfach erweitert wurde, wobei diese Erweiterungen ebenfalls mit Steinen begrenzt wurden. Ähnliche Befunde sind aus Queck im Vogelsberg bekannt.
Bei den Grabungen im August und September 2009 wurden zwei Hügel näher untersucht. Der größere hatten einen Durchmesser von 13,5 m. Im Westen und Süden waren ihm insgesamt drei Annexe vorgelagert. Der Hügel und die Annexe waren mit Trockenmauern eingefasst worden. Eine Steinschüttung hinter der Trockenmauer des Haupthügels sollte den Druck der Hügelschüttung abfangen. Im Zentrum des Hügels befand sich die Zentralbestattung. Der Tote war anscheinend in einem Baumsarg beigesetzt worden, worauf zwei parallel verlaufende Steinreihen hindeuten, bei denen es sich offensichtlich um Verkeilsteine handelt. Als Beigaben konnten ein Randleistenbeil, eine Gewandnadel sowie ein Bronzedolch aufgefunden werden. Sämtliches organische Material war vergangen.
Bei der Aufschüttung des Hügels waren abwechselnd verschiedene Bodenarten verwendet worden, so dass ein zwiebelförmiger Aufbau entstand. Bei den Bodenarten handelt es sich um den anstehenden Lößlehm sowie den darunter liegenden rötlichen Buntsandsteinverwitterungsboden.
Die Funktion der Annexe ist nicht sicher zu klären. Der westliche, größte und wohl älteste Annexe war anscheinend um eine Nachbestattung herum angelegt worden. Diese war in die Umfassungsmauer des Haupthügels eingelassen worden. Die Anlage mit Steinpflasterung auf dem Boden spricht eindeutig für eine Nachbestattung, auch wenn keine Beigaben oder Knochen als endgültiger Beleg entdeckt werden konnten.
Der zweite Hügel war durch den Pflug bereits teilweise zerstört worden. Die gesamte nördliche Hälfte der steinernen Hügeleinfassung war bereits vollständig abgetragen. Im Zentrum wurden noch eine Ascheschicht sowie einige größere Steine freigelegt. Außer einigen Flittern gebrannten Knochens gab es jedoch keinerlei Hinweise auf eine Bestattung.
Nur etwa 30 cm außerhalb der Hügelschüttung wurden die Reste einer s-förmig profilierten Schüssel gefunden, zwischen denen sich ebenfalls wenige kleine Fragmente gebrannten Knochens befanden. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um die Überbleibsel einer hallstattzeitlichen Nachbestattung, die am Hügelfuß niedergelegt wurde.
Die Ausgrabungen wurden von der Stadt- und Kreisarchäologie Fulda in Zusammenarbeit mit der Sektion Archäologischer Arbeitskreis des Fuldaer Geschichtsvereins durchgeführt. Wir möchten uns sehr herzlich bei den Familien Baier sowie Harald und Paul Grösch bedanken, ohne deren großzügiges Entgegenkommen eine Untersuchung an dieser Stelle nicht möglich gewesen wäre. Die Grabungen wären aber auch ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und Praktikanten, die Freizeit und Urlaub opferten, nicht durchführbar gewesen. Unser besonderer Dank gilt daher in besonderem Maße allen ehrenamtlichen Grabungsteilnehmern:
G. Amshoff, C. Aschenbrenner, B. Bangert, L. Baumgarten, A. Behringer, C. Benecke, I. Benz, C. Bergen, H. Böttcher, M. Böttcher, M. Burkard, M. Correus, E. Freidinger, B. Glaser, D. Glaser, M. Gross, C. Halm, G. Heil, T. Helmer, Familie Herbert, A.-M. Jennes, Kiwall, L. Koch, J. Kosch, M. Kress, A. Kreuzberg, L. Kuhn, N. Küster, U. Lehnert, A. Loh-mann, K.-C. Menzinger, Familie Möller, K.-H. Nikutta, C. Nüdling, J. Nüdling, M. Pospich, E. Pramme de Alva, H. Puffer, W. Rübsam, J. Schneider, L. Schneider, H. Schreiber, C. Siemann, J. Switalla, J. Trabert, M. Uckelmann, G. Ufholz, C. Ufholz, H. Volkmar, T. Weber, M. Wingenfeld und Familie Wolf.
Am Trätzhof wurden bereits im 19. Jahrhundert durch J. Schneider und später durch E. Pinder einzelne Hügel geöffnet, deren Standorte aber nicht mehr genau bestimmt werden können. An der Grabungsstelle sollen einst zehn Hügel gestanden haben, die eine Höhe von bis zu 1,5 Metern aufwiesen. Seit Ende der 1930er Jahre wird das Gelände zum Ackerbau genutzt, wodurch die Hügel allmählich verflachten. Seit den 1990er Jahren wurden vermehrt größere Steine aufgepflügt. Das deutet darauf hin, dass der Pflug inzwischen in die Substanz der Hügel eingreift.
Im Frühjahr des Jahres 2009 wurden auf Veranlassung der Stadt- und Kreisarchäologie Fulda geomagnetische Messungen von der Firma Posselt und Zickgraf Prospektionen GbR durchgeführt. Dabei wurden u. a. ringförmige Strukturen festgestellt, die auf noch weitgehend intakte Steinsetzungen im Untergrund hindeuteten. An einem Hügel wurden darüberhinaus Untersuchungen mit Georadar durchgeführt. Diese zeigten einen Grabhügel der mit Steinen eingefasst war und im Laufe seines Bestehens mehrfach erweitert wurde, wobei diese Erweiterungen ebenfalls mit Steinen begrenzt wurden. Ähnliche Befunde sind aus Queck im Vogelsberg bekannt.
Bei den Grabungen im August und September 2009 wurden zwei Hügel näher untersucht. Der größere hatten einen Durchmesser von 13,5 m. Im Westen und Süden waren ihm insgesamt drei Annexe vorgelagert. Der Hügel und die Annexe waren mit Trockenmauern eingefasst worden. Eine Steinschüttung hinter der Trockenmauer des Haupthügels sollte den Druck der Hügelschüttung abfangen. Im Zentrum des Hügels befand sich die Zentralbestattung. Der Tote war anscheinend in einem Baumsarg beigesetzt worden, worauf zwei parallel verlaufende Steinreihen hindeuten, bei denen es sich offensichtlich um Verkeilsteine handelt. Als Beigaben konnten ein Randleistenbeil, eine Gewandnadel sowie ein Bronzedolch aufgefunden werden. Sämtliches organische Material war vergangen.
Bei der Aufschüttung des Hügels waren abwechselnd verschiedene Bodenarten verwendet worden, so dass ein zwiebelförmiger Aufbau entstand. Bei den Bodenarten handelt es sich um den anstehenden Lößlehm sowie den darunter liegenden rötlichen Buntsandsteinverwitterungsboden.
Die Funktion der Annexe ist nicht sicher zu klären. Der westliche, größte und wohl älteste Annexe war anscheinend um eine Nachbestattung herum angelegt worden. Diese war in die Umfassungsmauer des Haupthügels eingelassen worden. Die Anlage mit Steinpflasterung auf dem Boden spricht eindeutig für eine Nachbestattung, auch wenn keine Beigaben oder Knochen als endgültiger Beleg entdeckt werden konnten.
Der zweite Hügel war durch den Pflug bereits teilweise zerstört worden. Die gesamte nördliche Hälfte der steinernen Hügeleinfassung war bereits vollständig abgetragen. Im Zentrum wurden noch eine Ascheschicht sowie einige größere Steine freigelegt. Außer einigen Flittern gebrannten Knochens gab es jedoch keinerlei Hinweise auf eine Bestattung.
Nur etwa 30 cm außerhalb der Hügelschüttung wurden die Reste einer s-förmig profilierten Schüssel gefunden, zwischen denen sich ebenfalls wenige kleine Fragmente gebrannten Knochens befanden. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um die Überbleibsel einer hallstattzeitlichen Nachbestattung, die am Hügelfuß niedergelegt wurde.
Die Ausgrabungen wurden von der Stadt- und Kreisarchäologie Fulda in Zusammenarbeit mit der Sektion Archäologischer Arbeitskreis des Fuldaer Geschichtsvereins durchgeführt. Wir möchten uns sehr herzlich bei den Familien Baier sowie Harald und Paul Grösch bedanken, ohne deren großzügiges Entgegenkommen eine Untersuchung an dieser Stelle nicht möglich gewesen wäre. Die Grabungen wären aber auch ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und Praktikanten, die Freizeit und Urlaub opferten, nicht durchführbar gewesen. Unser besonderer Dank gilt daher in besonderem Maße allen ehrenamtlichen Grabungsteilnehmern:
G. Amshoff, C. Aschenbrenner, B. Bangert, L. Baumgarten, A. Behringer, C. Benecke, I. Benz, C. Bergen, H. Böttcher, M. Böttcher, M. Burkard, M. Correus, E. Freidinger, B. Glaser, D. Glaser, M. Gross, C. Halm, G. Heil, T. Helmer, Familie Herbert, A.-M. Jennes, Kiwall, L. Koch, J. Kosch, M. Kress, A. Kreuzberg, L. Kuhn, N. Küster, U. Lehnert, A. Loh-mann, K.-C. Menzinger, Familie Möller, K.-H. Nikutta, C. Nüdling, J. Nüdling, M. Pospich, E. Pramme de Alva, H. Puffer, W. Rübsam, J. Schneider, L. Schneider, H. Schreiber, C. Siemann, J. Switalla, J. Trabert, M. Uckelmann, G. Ufholz, C. Ufholz, H. Volkmar, T. Weber, M. Wingenfeld und Familie Wolf.
Fotogalerie

Die Hügel sind nur noch als flache Erhebungen sichtbar

Geomagnetische Untersuchung im Februar 2009

Untersuchungen mit Georadar im Winter 2009

Überblicksfoto von Hügel 1 und 2

Planum 2 von Hügel 1 mit den unterschiedlichen Erdschichten der Hügelschüttung

Zentralbestattung von Hügel 1

Fundlage in der Zentralbestattung mit dem Randleistenbeil im Zentrum

Detailfoto der Trockenmauern von Hügel 1

Übersichtsfoto von Hügel 2
Presseberichte
"Möller will Hügelgrab wieder einebnen lassen" Fuldaer Zeitung vom 13.11.2009
"Hügelgrab bei Trätzhof: Beil zur Bestattung" Fuldaer Zeitung vom 7.9.2009
"Außergewöhnliche Grabbeigaben - Beil und Dolch im Hügelgrab gefunden" - Osthessen-News vom 7.9.2009
"Technisches Hilfswerk übte Absicherung und half bei den Ausgrabungen am Trätzhof" - Osthessen-News vom 17.8.2009
"Das Feld wird zur Fundgrube" Fuldaer Zeitung vom 13.8.2009
"Erste Funde bei Ausgrabung - "Tag des offenen Denkmals" lädt zum Besuch"
Osthessen-News vom 13.8.2009
"Archäologische Ausgrabung auf Acker - Grabhügel aus Bronzezeit"
Osthessen-News vom 12.8.2009
Zugehöriger Videobericht - Osthessen-News vom 12.8.2009
"Hügelgrab bei Trätzhof: Beil zur Bestattung" Fuldaer Zeitung vom 7.9.2009
"Außergewöhnliche Grabbeigaben - Beil und Dolch im Hügelgrab gefunden" - Osthessen-News vom 7.9.2009
"Technisches Hilfswerk übte Absicherung und half bei den Ausgrabungen am Trätzhof" - Osthessen-News vom 17.8.2009
"Das Feld wird zur Fundgrube" Fuldaer Zeitung vom 13.8.2009
"Erste Funde bei Ausgrabung - "Tag des offenen Denkmals" lädt zum Besuch"
Osthessen-News vom 13.8.2009
"Archäologische Ausgrabung auf Acker - Grabhügel aus Bronzezeit"
Osthessen-News vom 12.8.2009
Zugehöriger Videobericht - Osthessen-News vom 12.8.2009

